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Wer einen Ausflug auf die Spielemesse mit Mann und Mäusen plant, sollte gut vorbereitet sein – oder starke Nerven haben. Unser Ausflug auf die SPIEL verlief erst hektisch, endete dann aber mittels Käsestullen und Wasserflasche in Spiel und Spaß. Hurra.

„Spielemesse, Essen“ stand auf dem Programm am Samstag. Also schnappte ich mir Kinder und Mann und fuhr nach einem späten Frühstück mit dem Auto von Düsseldorf nach Essen. Für alle, die nicht wie wir Freunde in Essen mit einem Parkplatz vor dem Haus und in fußläufiger Entfernung zum Messegelände haben, sei der der Nahverkehr mit Bus und Bahn empfohlen. Ich hatte ja keine Ahnung! Die Spielemesse in Essen, die alljährlich stattfindet, ist die weltgrößte Verbrauchermesse für Gesellschaftsspiele. Hier findet alles statt, was sich jenseits von Computern, Gameboys und anderen Monitoren bewegt. Samstags, übrigens, kommen die meisten Besucher – und wir.

Gemeinsam mit ein paar verkleideten Menschen aus einem Mittelalter, das so niemals existierte, laufen wir von der Rüttenscheider Straße aus gefühlt drei Mal um die Messehallen herum, bis wir endlich an den neuen Eingang gelangen. Dort geht der Einlass allerdings erstaunlich schnell. Die Menschen um uns herum sind aufgeregt-erfreut und fachsimpeln ein bisschen über Spiele, von denen ich keine Ahnung habe. Wir interessieren uns auch nicht so sehr für Cosplay und Rollenspiele, sondern für Gesellschaftsspiele für die ganze Familie. Also ab zu Haba, ASS, Amigo und Co.

Von dem 15-minütigen Spaziergang von Auto zur Messe sind meine Kinder schon unglaublich erschöpft. Was für eine Zumutung. Durst! Ich kann nicht mehr! MAMAAAA. Ich verstehe allerdings gut, was meine Kinder meinen. Diese Menschenmassen und der Geräuschpegel der ersten Stände am Eingang der Galerie, die vier Messehallen miteinander verbindet, erschlagen mich auch erstmal. Möglichst schnell will ich also dafür sorgen, dass wir in die Messehalle kommen, in der es die für uns spannendsten Stände gibt. Eilig versuche ich mich am Lageplan zu orientieren und gleichzeitig Kinder zu beruhigen. Aber die Kinder haben keine Ruhe, sie wollen weiter oder sitzen bleiben. Oder ein Eis. Der Mann greift in die Provianttasche und verteilt die ersten Snacks. Mir ist es ein Rätsel, warum kurz nach dem Frühstück schon wieder Käsebrot gegessen wird, aber bitte sehr. Während die Kinder snacken, erkundige ich mich mittels Lageplan nach den Standnummern der Hersteller, die ich aufsuchen will. Klügere machen das vorab im Internet. Ähm ja.

Dann geht es aber auch los. Ein Stand nach dem anderen, der kleine und große Kinder zum Spielen einlädt. Ein Stand mit Bauklötzen, um meterhohe Türme bauen zu können, Lego, eine Hüpfburg für die ganz Kleinen und für größere Kinder so Bungee-Schaukeln. Die Kinder sind ganz geflasht und wollen überall drauf. Entscheiden sich dann für Hüpfburg und Märklin-Bahn. An der Märklin-Eisenbahn schubst ein Kleinkind jedoch immer den Zug um, den mein Sohn gerade einmal fahren lassen möchte. So hat mein Sohn keine Chance, richtig zu spielen. Zum Glück gibt es genügend Ablenkung und Neues zu entdecken. Wir gehen weiter, laufen mit den Menschenmassen und kommen irgendwann tatsächlich an Halle 3 an. Natürlich müssen wir dort bis an den hintersten Winkel.

Bei ASS angekommen setzen wir uns dankbar an einen frei gewordenen Spieletisch. Das dort aufgebaute Spiel ist eine Mischung aus Brett- und Kartenspiel und für meine Kinder (6 und 8 Jahre alt) noch zu komplex. Wir versuchen uns an einem der ausgelegten kleinen Shuffle-Karten, aber die Kinder sind gerade nicht aufnahmefähig. Erstmal Käsebrote essen. Wir sind die Familie mit den knatschen Kindern und der rosa Butterbrotdose. Alle anderen Familien sitzen traut beisammen, die mit den Meltdowns, das sind wir. Ich weiß nicht, was ich ohne Käsestullen machen würde, jedenfalls stiften die Frieden und wir versuchen eine Runde Mau Mau. Für Kartenspiele brauchen meine Kinder relativ viel Konzentration, irgendwie sind diese abstrakter als ein Spielbrett mit für Kinder gut greifbaren Figuren, klaren Farben und nicht zu kleinen Mustern. Das Konzentrieren ist nicht gerade ein Nachteil am Kartenspielen, ganz im Gegenteil, aber in dem Gewusel auf dem Messestand, in der immer wieder neue Besucher sowie Spielbetreuer von ASS gehen, ist einfach zu viel Ablenkung.

Wir kommen mit dem Spiel nicht ganz durch, denn die Kinder wollen hampeln und sich bewegen. Ab zum nächsten Stand: Haba. Wir probieren zwei Spiele aus, die wir noch nicht kennen. Ein Ritterspiel und „Hoppe Reiter“. Beide Spiele haben uns gut gefallen. Gibt es bei Euch eigentlich auch immer Tränen auf der Seite des Verlierers?

Über den Amigo-Stand schlendern wir nur noch, treffen danach noch ein paar Leute auf dem ASS-Stand und nehmen ein Elsa-Shuffle und ein Minions-Kartenspiel mit und werden das in den nächsten Tagen sicherlich ausgiebig spielen. Wir spazierten auch noch über andere Messehallen, aber die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder war überschritten. Sie wollten eigentlich nur noch Toben, die Schlangen an Hüpfburg und Co waren aber so lang, dass wir uns für den Rückweg entschieden.

Insgesamt waren wir knapp 2,5 Stunden auf der Messe, für Kinder in dem Alter absolut ausreichend. Wenn wir den Tag besonders früh am Morgen begonnen hätten, wäre es mit Snackpausen und erneuten Hüpfburgeinheiten, vielleicht einem Besuch mit den Live-Rollenspielen, auch länger gegangen.

Abends zu Hause mussten die neuen Spiele natürlich sofort ausgepackt werden. Schließlich – Elsa! Und die Minions haben eine Glitzerkarte! Wir spielten Mau Mau und Schwarzer Peter. Die Spielanleitungen waren übrigens dabei, denn mit dem Elsa- oder Minions-Design muss man sich schon erstmal anfreunden. Für die Kinder ist das Spielen mit Karten in einem kindgerechten Design definitiv anregender als mit klassischen Spielkarten. Besonders die Gesichtsausdrücke und Posen von Anna, Elsa und Olaf sowie von den Minions wurden kommentiert und belacht.

Kartenspielen mit Kindern? – Gerne mit Käsebrot aber noch lieber in einer etwas ruhigeren Umgebung als auf einem Messestand. Der Ausflug zur Spielemesse war toll und interessant aber Spielen können wir besser zu Hause.

 

Eure Sonja von Mama Notes