Das Kartenspiel Schwarzer Peter und der Grafiker Otto Pech

Kartenspiel "Schwarzer Peter" mit schwarzer Katze auf Holztisch umgeben von Stiften, Tintenfass und Notizbüchern. Schwarzer Peter, ASS Altenburger

Ein Froschkönig in Unterhose, ein süße Dackelfamilie, ein Ente mit Hut, eine liebevolle Mäusemama und ein schwarzer Kater in Stiefeln. Wo es das zu sehen gibt? Wer jetzt im Kinoprogramm nach dem neusten Animationsfilm sucht oder schon KI-Inhalte vermutet, sucht an der falschen Stelle. Stattdessen lohnt sich der Blick in ein Spiel, das es schon seit über 100 Jahren gibt: Das Kartenspiel Schwarzer Peter.


Komisch! Jeder kennt ihn, niemand will ihn haben …
… und trotzdem wird er seit über einem Jahrhundert immer wieder eingeladen: der Schwarze Peter. Kaum ein Kartenspiel hat sich so tief in das kollektive Gedächtnis deutscher Familien gespielt wie dieses. Es braucht weder komplizierte Regeln noch stundenlanges Erklären. Nur ein Kartendeck, ein paar Mitspielende – und die tollkühne Zuversicht, am Ende nicht selbst der Dumme zu sein. Doch was steckt hinter diesem Kartenspiel Schwarzer Peter, dem Spiel mit dem legendären schwarzen Kater? Was hat ein gewisser Pix damit zu tun? Und warum lieben wir das Spiel nach all den Jahren immer noch so sehr? Machen wir uns auf die Suche.

So einfach, so genial
Für alle, die gerade zum ersten Mal davon hören – oder deren letzte Runde Schwarzer Peter schon ein paar Jahre her ist: Das Spielprinzip ist wunderbar unkompliziert. Alle Karten werden gleichmäßig an die Mitspielenden verteilt. Wer ein Pärchen auf der Hand hat, also zwei zusammengehörende Karten, legt es offen vor sich ab. Dann wird reihum gezogen – immer eine Karte von der Person nebenan. Entsteht dabei ein neues Paar, wird auch dieses abgelegt. So werden die Karten nach und nach weniger. Nur eine Karte hat kein Gegenstück und bleibt am Ende übrig: der Schwarze Peter. Wer ihn zum Schluss in der Hand hält, hat verloren. Und weil man das nicht auf sich sitzen lassen will und das Spiel so kurzweilig ist: Neue Runde – nur eine noch. Vielleicht ist das das Geheimnis, warum man es immer wieder spielen will.

Ein Altenburger Original
Die Geschichte vom Kartenspiel Schwarzer Peter ist eng mit einer Stadt verbunden, die wie kaum eine andere für Spielkarten steht: Altenburg. Hier, im Herzen Thüringens, entwarf der Bildhauer, Grafiker und Illustrator Otto Pech – vielen besser bekannt unter seinem Künstlernamen Pix – im Jahr 1919 die berühmte Tierkartenserie für die Altenburger Spielkartenfabrik. 33 Karten umfasste das Spiel: 16 Pärchen mit charmant illustrierten Tiermotiven und natürlich jene eine Karte, die niemand behalten möchte. Pech war kein Unbekannter in Altenburg. Er hatte an der Münchner Kunstgewerbeschule studiert, am Entwurf des Altenburger Bismarckturms mitgewirkt und war als Kurator am Lindenaumuseum tätig. Ab 1919 arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1950 für die Spielkartenfabrik und machte sich weit über Altenburg hinaus als Skatmaler einen Namen. Dass ausgerechnet sein Schwarzer Peter zum wohl bekanntesten Kinderspiel Deutschlands werden würde, hat er vermutlich selbst nicht geahnt.

Kartenspiel Schwarzer Peter inmitten von Illustrationen einer Hundemutter eines Frosches eines Mäusepaars und einer Ente. Schwarzer Peter, ASS Altenburger
Im Kartenspiel Schwarzer Peter findet ihr auch heute noch die Illustration von Pix

Warum wir das Kartenspiel Schwarzer Peter immer noch lieben
Was macht ein Spiel zeitlos? Vielleicht ist es die Einfachheit, die dafür sorgt, dass schon die Kleinsten mitspielen können. Vielleicht ist es die Spannung, die mit jeder gezogenen Karte wächst. Oder vielleicht sind es die Erinnerungen, die sich um dieses Spiel ranken – an verregnete Nachmittage bei den Großeltern, an Kindergeburtstage, an den Moment, in dem Papa zum dritten Mal hintereinander den Schwarzen Peter zieht und theatralisch verzweifelt. Schwarzer Peter ist eines dieser Spiele, die Generationen verbinden. Oma hat es gespielt, Mama hat es gespielt und die Kinder spielen es heute. Es braucht keine Batterien, kein WLAN und keinen Bildschirm. Nur ein kleines Kartenspiel, ein paar liebe Menschen und bisschen Zeit.

Ein Klassiker mit Verantwortung
Wer über ein Jahrhundert Geschichte auf dem Buckel hat, trägt auch Verantwortung. Die originalen Tiermotive nach den Entwürfen von Otto Pech sind bis heute die Grundlage des Spiels. Doch einige der historischen Abbildungen und Formulierungen wurden im Laufe der Zeit behutsam angepasst, weil sie aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß sind. Veraltete Rollenbilder haben in einem Spieleklassiker, der vor allem von Kindern gespielt wird, keinen Platz. Was bleibt, ist die Geschichte des Spiels mit ihren historischen Zeichnungen – liebevoll bewahrt und verantwortungsvoll weiterentwickelt. So, wie es ein guter Klassiker verdient.

Noch eine Runde?
Manche Spiele kommen und gehen. Und dann gibt es Spiele, die bleiben. Schwarzer Peter gehört zur zweiten Sorte. Nach über 100 Jahren ist das Spiel mit dem legendären schwarzen Kater immer noch da – in Kinderzimmern, auf Küchentischen, in Hosentaschen und in den Traditionen ganzer Familien. Dieser Klassiker unter den Spielkarten ist mit den Original-Motiven von Otto pech alias Pix in unserem Shop erhältlich. Vielleicht ist es an der Zeit, ihn wieder hervorzuholen (den Spielkarten-Klassiker, nicht den Pix). Oder ihn zum ersten Mal zu entdecken. Und dann heißt es wie eh und je: bloß nicht den Schwarzen Peter ziehen

0
    Dein Warenkorb
    Dein Warenkorb ist leer.Zurück zum Shop