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„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ – diesen Spruch kennt ihr sicher alle, bzw. habt ihn von Euren Eltern hören müssen. Im Original sagte der römische Philosoph Seneca ihn übrigens anders herum: „Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir“. Er kritisierte also schon 62 nach Christus das Bildungssystem 😉

Auch wenn wir viele Lerninhalte wirklich nicht mehr für das Leben brauchen (oder wendet ihr den „Satz des Pythagoras“ im Alltag noch an?), lernen wir doch ständig. Zu Beginn unseres Lebens müssen wir alles lernen: Laufen, aufs Töpfchen gehen, die unterschiedlichen Farben, das Uhren lesen. Das geschieht alles fast wie nebenbei, ja macht sogar Spaß und stärkt das Selbstbewusstsein.

Bei mir war es vor allem das Lesen, was ich gerne lernte: ich war stolz auf mich, dass die einzelnen Buchstaben einen Sinn ergaben, zu ganzen Sätzen wurden, die mir schöne Geschichten erzählten. Doch nicht jedem Kind fliegt das so zu: mein Sohn interessierte sich nicht so sehr für Bücher. Er hörte gern zu, wenn ich ihm vorlas. Aber selber wollte er sich nicht durch die „Buchstaben-Wüste“ quälen. Dafür konnte er schon schnell mit komplexen Formen umgehen und hat ein tolles räumliches Vorstellungsvermögen.

Schon damals stellte ich mir die Frage: Wie kann Lernen mehr Freude machen? Denn Studien haben ergeben, dass unser Gehirn 68 Prozent effizienter arbeitet, wenn wir Spaß haben. Es scheint also sinnvoll, lernen und spielen miteinander zu verbinden. Denn offensichtlich können Kinder Inhalte, die sie beim Spiel erlernen, länger behalten.

Auch ungewollt kommt es beim Spielen zu Lernvorgängen. Also auch, wenn wir nur um des Spaß willen spielen, können wir ohne Lernabsicht soziales Verhalten erlernen oder bereits erlerntes Wissen festigen. Bei Memory beispielsweise wird die Gedächtnisleistung trainiert und gleichzeitig das Wissen um Formen und Farben gefestigt. Oder die Kinder lernen, konzentriert ein Ziel zu verfolgen oder sich in Geduld zu üben (bis sie bei Mau-Mau wieder an der Reihe sind :-D).

Es ist deshalb naheliegend, Spiele zur Vermittlung bestimmter Lernprozesse einzusetzen. Inzwischen gibt es eine ganze Spiele-Kategorie, die ein konkretes Ziel fokussiert: den Kindern spezifische Lerninhalte zu vermitteln, wie das Erlernen von Buchstaben oder Zahlen. Lernspiele werden gern in Elternhaus, Kindergarten und Schule für den Unterricht eingesetzt, weil die Freude am Spielen eine natürliche Motivation mit sich bringt. Und das Kind merkt beim Spielen gar nicht, dass es dabei etwas lernt.

Auch bei uns in der Spielkarten-Fabrik gibt es eine Lernspiel-Reihe. Bei Fundels werden spielerisch Farben und Formen, Zahlen, Buchstaben und erste mathematische Grundkenntnisse vermittelt. Die Spiele wurden mit Kindern entwickelt und wurden auch von ihnen getestet. Die stabile Plastikbox ist prima für unterwegs geeignet und kann darüber hinaus als Brotbox zweckentfremdet werden 🙂

Lernspiele gibt es natürlich auch als Computerspiele. Die sogenannten „Serious Games“ vermitteln ganz unterschiedliche Kompetenzen: Während Rollenspiele interaktive Erzählstrukturen aufzeigen, fordern Strategiespiele taktisches und langfristig orientiertes Denken. Auch Ego-Shooter fördern bestimmte Soft Skills, wie das Kooperations- und Problemlöseverhalten oder die Priorisierung von Aufgaben.

Wer sich weiter mit dem Thema auseinandersetzen möchte, dem kann ich die Plattform „Digitale Spielewelten“ empfehlen. Beim gemeinsamen, vom Bund unterstützten, Projekt der TH Köln und der Stiftung Digitale Spielekultur findet ihr Methoden und Materialien rund um den pädagogischen Einsatz von digitalen Spielen. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt verschiedene Projekte, wie die Plattform Kleine Forscher. Der virtuelle Forschergarten ermöglicht den Kindern spielerisch einen positiven Zugang zu Naturwissenschaften, Mathematik und Technik.

Das Thema Computerspiele, bzw. Medien wird auf dem Blog im September noch etwas vertieft. Ich freue mich, dass ich den Blogger von „Johnnys Papablog“ für einen Gastbeitrag gewinnen konnte. Er wird sich in seinem nächsten Beitrag mit der Mediennutzung von Kindern beschäftigen.

Bei all dem lernorientierten Spielen sollten wir nicht vergessen, unsere Kinder auch selbstbestimmt und unter sich spielen zu lassen – und das am besten draußen. Sie handeln untereinander aus, was und wie gespielt werden soll und lernen, sich unterzuordnen, um Teil der Gruppe zu sein. Oder auch mal, zu bestimmen und sich und ihre Spielideen einzubringen.

Natürlich ist es auch wichtig, die Mädchen und Jungs mit in den Alltag einzubeziehen. Mit ihnen einkaufen zu gehen, zu kochen – und natürlich gemeinsam Spieleabende zu veranstalten J So verbringt man Zeit zusammen und lernt gemeinsam. Denn spielen bereitet die Menschen auf das lebenslange Lernen vor.

Verspielte Grüße,
Eure Felicitass