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Am letzten Wochenende war es soweit. Unser gemeinnütziger Verein Spielecafé der Generationen – Jung und Alt spielt e.V. hat das Generationenspiel-Siegel veröffentlicht. Bei diesem Siegel handelt es sich um ein Qualitätssiegel – vergleichbar mit einem TÜV Siegel, welches Spiele auszeichnen soll, die generationentauglich sind. Doch was bedeutet dies im Detail?

 

In der ersten Stufe wird überprüft, ob das jeweilige Spiel alle erforderlichen Qualitätskriterien erfüllt. Hierbei wird z.B. angeschaut, ob die Texte im Spiel gut lesbar und Farben zu unterscheiden sind. Aber auch verständliche Spielregeln und stabiles Material sind Voraussetzung für das Siegel. Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, erreicht das Spiel die zweite Stufe, in der bewertet wird, ob es für Jung und Alt zusammen Spaß macht. Mit dem Generationenspiel-Siegel werden daher Spiele ausgezeichnet, die für Jung bis Alt passend produziert sind und das ge­ne­ra­ti­o­nen­über­grei­fende Spielen fördert.

 

Wie kam unser Verein auf diese Idee?

Satzungszweck vom Spielecafé der Generationen – Jung und Alt spielt e.V. die Begegnung von Generationen durch Gesellschaftsspiele zu fördern. Es ist wichtiger denn je, Generationen gemeinsam an einen Tisch zu bringen. Damit dies gelingen kann, betreiben wir eine Begegnungsstätte mit verschiedensten Spiele-Events für alle Altersstufen und setzten verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit auf unserem Blog. Hier rezensieren wir Spiele mit Fokus auf generationentauglichen Spielen. (Der kinderleicht-Blog berichtete. Hier geht’s zum Beitrag)

 

Im Rahmen des generationenübergreifenden Spielens im Spielecafé machten wir immer wieder die Erfahrung, dass manche Spiele zwar laut Verlag von  8-99 Jahren geeignet sind, es dem Spiel aber an Qualität mangelte. Wenn Kartentexte nur mit Lupe lesbar sind, Figuren dauernd umfallen oder sich Material bereits nach wenigen Spielrunden stark abnutzt, mindert dies die Spielefreude aller Beteiligten enorm. Die Spielmechanik kann noch so gut sein: Wenn das Material nicht für die angegebene Altersstufe produziert wird, schließt man diese Gruppen aus. Daher kam es irgendwann zur Idee Spiele aus zu zeichnen, bei denen auf diese Kriterien geachtet wurde.

Wie entwickelte sich das Siegel?

Das Generationenspiel-Siegel war in der ersten Ideenphase ein Spielepreis. Es sollte die besten Generationenspiele auszeichnen. Aufgrund der hohen Anzahl bestehender Spielepreise nahmen wir schnell davon Abstand. Nach vielen Diskussionsrunden war klar, dass der Fokus auf der Qualität der Spiele liegen sollte. Subjektive Empfindungen kann man zwar nicht gänzlich ausschalten, aber sollten durch klar definierte Qualitätsmerkmale reduziert werden. Dass in zweiter Stufe dann doch noch der „subjektive“ Spielespass für Generationen betrachtet wird, ist dem geschuldet, dass das Siegel nicht für Spiele vergeben werden soll, die zwar tolles Material aber eine unspielbare Mechanik aufweisen. Das Ziel ist im Grunde, dass man ins Geschäft geht und mit diesem Siegel sicher weiß: Das ist ein Spiele für die ganze Familie, für alle Generationen und da wurde nicht nur der Spielespass, sondern vor allem auch das Material unter die Lupe genommen.


Und wer ist das Team / Die Jury?

Die Idee eines Siegels wurde zuerst im Vorstand vom Spielecafé der Generationen diskutiert. Die Begeisterung war groß, weshalb sich schnell eine Arbeitsgruppe bildete. Während der gemeinsamen Entwicklung wurde das Konzept immer wieder verschiedenen Leuten aus der Spielebranche vorgestellt. Das Feedback war wichtig, um verschiedene Perspektiven einnehmen zu können. Die Entwicklung des Siegels ist ein stetiger Prozess, der auch heute noch nicht abgeschlossen ist. Bedeutung, Inhalt und Umsetzung gehören unserer Meinung nach regelmäßig überprüft und angepasst.

 

Zuerst sagte der Youtuber Brettspielhero Thomas Jacob zu, als Jurymitglied dabei zu sein. Als Rezensent bringt er viel Erfahrung mit, die sehr wertvoll ist. Kurz vor Veröffentlichung hatten wir zudem das Glück, Tom Werneck, ehemaliges Jurymitglied von Spiel des Jahres kennen zu lernen. Das Siegel überzeugte ihn und so war unser Team komplett. Und wer weiß, vielleicht wächst die Jury noch etwas. 🙂

Das erste Siegel wurde vergeben!

Das erste Siegel haben wir an das Spiel Patchwork Express von Uwe Rosenberg vergeben. Patchwork Express ist eine Variante des Spiels “Patchwork”. Wie auch beim Vorgänger nähen die Spieler aus Stoffresten Decken zusammen und sammeln Knöpfe. Patchwork Express erhält das Siegel, da es alle Qualitätsmerkmale erfüllt. Die Puzzleteile, sowie Knöpfe sind groß gestaltet und daher ideal für Kinder bis SeniorInnen zu greifen. Auch auf ansprechende, deutliche Farben wurde geachtet. Ebenso lassen die Spielregeln keine Fragen offen und sind mit gut verständlichen Beispielen bebildert. Durch den einfachen Einstieg und der kurzen Spieldauer kommt für alle Generationen Spielespaß. Und wer mag, kann Patchwork Express auch mehrere Male hintereinander spielen. Natürlich haben wir vor allem darauf geachtet, dass man es mit unterschiedlichen Altersstufen gemeinsam spielen kann. Die Spielmechanik bietet gleichwertige Freude am Spiel, ohne Kinder oder SeniorInnen zu benachteiligen. Für uns Grund genug, dass Patchwork Express das Generationenspiel-Siegel verdient hat. (Mehr zum Siegel gibt es hier)